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Slow Dance (3)
Gretchen Bender, Patricia L. Boyd, Laurence Burt, Adriano Costa, Mark Fell, Aurelia Guo, Jac Leirner, Alan Michael, Pharmaceutical Clocks, Emanuel Rossetti, Coumba Samba, Philipp Simon, Bri Williams
19.05.–24.06.2023

Slow Dance fügt sich aus sechzehn unterschiedlichen Szenerien in vier Ausstellungen über einen Zeitraum von einem halben Jahr zusammen. Während dieser Zeit bleiben die Räume durch zwei Wände mit je einer Türe strukturiert. Anstatt Überblick zu geben, offerieren sie Passagen. Slow Dance könnte das Verhalten einer Person im Gesprächbeschreiben. Dabei versucht diese mit zurückhaltenden Hinweisen Reaktionen beim Gegenüber zu provozieren, um so dessen Gesinnung in Erfahrung zu bringen. Langsam werden hier die politischen Implikationen dieser unterschwelligen Choreografie sichtbar.

Slow Dance ist das Ergebnis einer laufenden Auseinandersetzung über die Konvergenz zwischen den Besonderheiten des Ausstellungsmachens und jener der Installation. Die Kunstwerke und Objekte, die in der Struktur der Ausstellung zusammenleben, bilden eine miteinander verbundene Logik, die das Leben in ständiger Beziehung mit verschiedenen aktiven Zeitlichkeiten und Zeiträumen versteht. Die Art und Weise, wie wir der materiellen Welt begegnen, ist gleichzeitig eine Form des Kompromisses und eine Erfahrung prekärer Akkumulation. Massstäblichkeiten, Wachstum und Geschichte wirken auf unseren Sinn für Ideologie.

«Wer kommt auf die Idee, mit Uhren für Medikamente zu werben?»

Die Pharma-Uhren in Slow Dance (3) kaufte Luca in den USA über eBay. «Eine vorstädtische, aggressive Salesman-Ästhetik.» Keine:r der Händler:innen wollte sie nach Europa versenden, also mussten wir sie zu Michèle liefern lassen, die in New York lebt. Dora brachte sie in ihrem Koffer nach Berlin, um sie Richard zu übergeben. Die Uhren wurden an der Hotelrezeption hinterlegt, und es benötigte zwei Versuche, sie abzuholen, einmal zu Fuss und ein zweites Mal mit dem Taxi. Richard nahm sie mit nach Oslo auf dem Weg nach Bern. Sie sind viel gereist. Eines der ausgestellten Exemplare funktioniert nicht und zwei haben wir nicht gezeigt.

Slow Dance (3) ist eine Choreografie der Objekte. Die logistische Infrastruktur strebt nach einer festen Verdrahtung von Raum und Zeit durch Netzwerke, digitale Geräte und Algorithmen, welche die Zirkulation von Information und Gütern steuern. Einige Formen der Zirkulation erschaffen Zeitzonen, entlang derer sich menschliche Beziehungen, Raum und Zeit reorganisieren.Slow Dance (3) existiert in einer Vielzahl von Zeitzonen, während die Gravitation des «linearen», hegemonialen Zeitfelds präsent bleibt. Einige Kunstwerke in der Ausstellung stehen für Infrastrukturen (und legen deren inhärente soziale und politische Dimension offen), während andere auf das Ritual alltäglicher Praktiken anspielen; Dinge, die man tut, um zu fühlen. Emotionen werden im Prozess der Herstellung empfunden und Affekte übertragen sich. Commuting (das letzte Stück von Mark Fells Album Ten Types Of Elsewhere) ist mit synthetischen Glocken komponiert, die einen «driftähnlichen Zustand« oder eine Pause erzeugen, mit der das Alltägliche abstrahiert wird.

Die Ausstellung ist kuratiert von Luca Beeler & Richard Sides.

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Die Ausstellung ist kuratiert von Luca Beeler & Richard Sides.